Deutsche Bahn steigt auf den GFK-Zug

Deutsche Bahn steigt auf den GFK-Zug

Schnelle Züge erfordern schnellen Zugang zu den Schienenwegen. Zur Optimierung im Umfeld eines Tunnels zwischen Göttingen und Bebra (bei Kassel) entschied sich die Deutsche Bahn für eine Lösung aus Glasfaserverstärktem Kunststoff, ein Material, dessen Vorzüge die DB künftig verstärkt nutzen will. Außer praktischen sprechen auch wirtschaftliche Aspekte für GFK.

Auf den ersten Blick scheinen GFK-Konstruktionen kostspieliger zu sein als beispielsweise Stahlkonstruktionen. Unterm Strich endeten die zwei GFK-Treppenanlagen jedoch in etwa auf dem gleichen Niveau wie eine Stahlbaulösung. Das Leichtbaumaterial GFK erweist sich als günstiger in Bezug auf Vormontage und Logistik. Außerdem entfällt die bei Stahl notwendige Erdung, da GFK-Halbzeuge Nichtleiter sind.

Projektleiter Pafos Busch, BeMo Tunnelling: ”Wir waren einigermaßen überrascht, dass die GFK-Lösung preislich mit herkömmlichen Stahl- oder Holzlösungen mithalten konnte. Berücksichtigt man sämtliche Personal-und Maschinenkosten sowie die Bauzeit, ergibt sich kaum ein Preisunterschied. Am Ende sprach die lange Haltbarkeit eindeutig für die GFK-Lösung von Fiberline.”

  

Schnelle und einfache Montage
Gleiskörper sind oft schwer zugänglich. Dies war auch im steilen Gelände bei der Tunnelanlage der Fall. Hier ist es von besonderem Vorteil, dass die relativ leichten GFK-Konstruktionen weitgehend vormontiert werden konnten.

”Die Leichtbau-Lösungen mit Fiberline-Halbzeugen sind einfach zu transportieren und zu montieren. Mit relativ wenig Personalaufwand und ohne speziellen Geräten oder Maschinen konnten wir die Treppen in unserer Werkstatt modular vormontieren und vor Ort installieren. Da GFK-Halbzeuge ähnlich einfach zu verarbeiten sind wie Holz, sind kleinere  Änderungen und Justierungen vor Ort kein Problem. Nachbehandlung entfällt, da GFK nicht korrodiert”, erklärt der Techniker Kunststoffbau Dipl.-Ing. (FH) Dirk Haake der Firma KBM-Wiwemo GmbH, die zuständig für Konstruktion, Montage, Installation, Dokumentation & Statik sind.

   

Zukunftweisende Lösungen im deutschen Schienennetz
Im Herbst 2016 hatte die Deutsche Bahn ihre Bauvorgaben geändert, um den Einsatz innovativer GFK-Lösungen zu erleichtern. Der Ablauf und das Ergebnis des GFK-Treppen-Projekts haben ebenfalls dazu beigetragen, dass die Deutsche Bahn künftig vermehrt auf GFK-Konstruktionen setzen wird.

”Für uns war GFK anfangs etwas ungewohnt. Deshalb bedeutet es viel, dass dieses Vorhaben so glatt über die Bühne gegangen ist, sowohl baulich als auch in der Zusammenarbeit mit der Fiberline Composites. Lösungen von hoher Qualität und lückenloser Dokumentation sind für uns von entscheidender Bedeutung. Beides liefert die Fiberline Composites A/S”, erklärt Projektleiterin Jutta Heine-Seela von der DB Netz AG.

Konstruktionen aus Fiberline GFK-Halbzeugen haben eine hohe Korrosionsbeständigkeit. Eine hohe Festigkeit, die den Vibrationen des dynamischen Bahnverkehrs Stand hält, wie bei allen erdenklichen Witterungsbedingungen. Dies sichert den GFK-Lösungen der Deutschen Bahn hohe Lebensdauer bei minimalem Instandhaltungsaufwand, ein weiteres wirtschaftliches Argument für die Wahl von GFK-Konstruktionen.

Alle Fiberline Produkte erfüllen die technischen Vorgaben der Deutschen Bahn für GFK-Konstruktionen.

 

Spezifikationen der Treppenanlagen 

Treppe Nord
Material: GFK
Länge: Ca. 18 m.
Geländerhöhe: 1,1 m.

Platzierung: Nahe Kassel, Nordhessen

Treppe Süd
Material: GFK
Länge: Ca. 20 m.
Geländerhöhe: 1,1 m.

Platzierung: Nahe Kassel, Nordhessen