Pultrusion

Pultrusion

Automatisiertes Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Faserverbundkunststoffprofilen in gleichbleibend hoher Qualität - mit präzise auf den Verwendungszweck abgestimmten Querschnitten und Materialeigenschaften. Das Verfahren ist im Prinzip einfach und wird in seinen Grundzügen seit den 50er Jahren angewandt.

Bei der Fiberline Composites A/S läuft der Prozess folgendermaßen ab: Armierungsmaterial wird von Rollen kontinuierlich erst durch einen Führungskopf und dann durch ein beheiztes Werkzeug gezogen, in dem die Fasern mit Matrixmaterial imprägniert werden, das in der vom Werkzeug vorgegebenen Profilform aushärtet. Die Zugvorrichtung führt das ausgehärtete Profil zu einer "mitwandernden" Säge für den Längenzuschnitt nach Vorgabe.

 Fiberline Pultrusionsanlage

Die Armierungsrollen sind so angeordnet, dass sich ein möglichst guter Überblick über die aktuelle Zusammensetzung von Fasern, Geweben bzw. Matten ergibt. Das erleichtert die Sichtkontrolle beim Einfädeln in den Führungskopf, der die - für die Eigenschaften und Qualität entscheidende - präzise Platzierung der Armierung im fertigen Profil sicherstellt.

Die Kunststoffzufuhr geschieht durch Injektion, ein Verfahren, das nicht nur die präzise Führung der Armierung begünstigt, sondern auch den Werkzeug- bzw. Matrixwechsel beschleunigt.

Außerdem gewährleistet Injektion den bestmöglichen Imprägnierungsgrad - ein weiterer wesentlicher Faktor für die Festigkeit und Qualität des fertigen Profils. Da der Kunststoff beim Injektionsverfahren in einem geschlossenen System geführt wird, ergeben sich gegenüber der herkömmlichen Imprägnierung (im offenen Kunststoffbad vor Eintritt ins Werkzeug) minimale Verdampfungsverluste. So wirkt das Injektionsverfahren auch in puncto Umwelt- und Arbeitsschutz optimal.

Nach der Matrixinjektion werden Kunststoff und imprägnierte Armierung im nächsten Werkzeugabschnitt durch weitere Erwärmung gehärtet. Beim Austritt aus dem Werkzeug ist das Profil voll ausgehärtet und formstabil. Parallel und synchron zum (für die Überwindung der Friktion im Werkzeug dimensionierten) Abzieher - je nach Profil Ketten- oder Umkehrzug - bewegt sich die Säge. So vollzieht sich auch der Längenzuschnitt im kontinuierlichen Prozess.

Das Verfahren ermöglicht die Optimierung des Profilquerschnitts und der Materialeigenschaften für den spezifischen Anwendungszweck.

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