GFK-Brücke gegen Moskauer Korrosion

GFK-Brücke gegen Moskauer Korrosion

Stahl oder Beton bestimmten bislang auch den russischen Brückenbau. Doch die großen Mengen Streusalz, die im harten russischen Winter für die Schnee- und Eisbekämpfung notwendig sind, setzen den Brücken so hart zu, dass sie jedes Frühjahr aufs Neue repariert werden müssen.

Bei Brücken über Bahnstrecken gestaltet sich die Instandhaltung besonders schwierig und kostspielig.

Auf diesem Hintergrund hat ApATeCH in Zusammenarbeit mit Fiberline Composites Russlands erste Brücke aus Faserverbundkunststoff (FVK) konstruiert. Es handelt sich um eine Fußgängerbrücke über eine Bahnstrecke im Moskauer Stadtteil Chertanovo.

Die dänische Fiberline Composites steuerte die GFK-Bauteile, Schrauben und Beschläge sowie statische Berechnungen bei. ApATeCH ist ein russisches Forschungszentrum, das sich u.a. auf Hightech-Verfahren und FVK-Konstruktionen im Brückenbau spezialisiert hat.

 

Endmontage in 49 Minuten

"Die 41,4 m lange und 3 m breite Brücke wurde im Fiberline-Werk in drei Abschnitten vormontiert, zwei von 15 m und einem von 13 m Länge, und per Lkw zum Einsatzort verfrachtet", erklärt Dmitry Zhilenko, Head of International Cooperations von ApATeCH.

Dmitry Zhilenko: "Für die Endmontage standen uns nur 2-3 Sonntagmorgenstunden zur Verfügung, da der Bahnverkehr nicht unterbrochen werden sollte. Die kurze Montagezeit ist insbesondere bei Brücken über Bahnstrecken ein weiterer wesentlicher Vorteil von glasfaserverstärktem Kunststoff, neben der hohen Haltbarkeit und Lebensdauer bei minimaler Instandhaltung."

In nur 49 Minuten wurde die GFK-Brücke per Kran auf die Fundamente gesetzt und verschraubt.

Getestet und zugelassen

Die Brücke in Chertanovo besteht aus GFK-Profilen des Standardsortiments von Fiberline Composites: Planken, Vierkantrohre, U-Profile, Handlaufleisten etc.
Sämtliche Produkte genügten auf Anhieb den Ansprüchen von ApATeCH, obwohl bezüglich Beanspruchung und Durchbiegung in Russland höhere Anforderungen gelten als auf anderen europäischen Märkten.

Die staatliche Baubehörde Russlands erteilte in diesem Zusammenhang die Zulassung für den Konstruktionseinsatz (TS 07-0873-04) sowie die Genehmigung zur Produktion von GFK-Profilen für den Brückenbau (TS-07-0833-03).

Bei der Full-Scale-Prüfung der Brücke im Skt. Petersburger Testzentrum der Russischen Eisenbahnen wurde die Angleichung der russischen Sicherheitsfaktoren an die im übrigen Europa geltenden Bestimmungen beschlossen.

Die Fiberline Composites ist der einzige Produzent, der die Einhaltung der europäischen Norm EN 13706, E23 - mit den derzeit strengsten Qualitätsanforderungen - dokumentieren kann.

 

Weitere Brücken

Inzwischen wurde am Bahnhof im Moskauer Stadtbezirk Kosino bereits die nächste GFK-Fußgängerbrücke montiert. Weitere Brücken sind in Planung.

Das Interesse der russischen Medien ist ebenso groß wie der Bedarf an haltbaren Brückenkonstruktionen. Tausende von erneuerungsbedürftigen Brücken schaffen ein riesiges Einsatzpotenzial für innovative GFK-Lösungen.


Extrem schnelle Montage ohne Störung des Bahnverkehrs: 49 Minuten


Die GFK-Fußgängerbrücke am Bahnhof Kosino in Moskau spannt sich über mehrere Schienenstränge

Mehr über die russischen GFK-Brücken verrät der Artikel: "Experience in calculation and experimental researches for GFRP pedestrian bridge constructions"(pdf)